Windelfrei von Anfang an: Klappt das?

Klar: Babies brauchen Windeln. Oder? Nicht unbedingt: Immer mehr Eltern schwören auf Windelfreiheit von klein auf. Aber funktioniert das wirklich?

Hier wiederentdeckt, anderswo ganz normal

In Zeiten der Wegwerfwindel denken sich viele Eltern: Windeln sind doch so praktisch, warum sollte man auf sie verzichten? Windeln sind aber nicht nur praktisch, sondern auch teuer. Und im Falle vieler Wegwerfmodelle auch nicht wirklich gut für die Umwelt. Aber egal ob man nun Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln benutzt: Auf jeden Fall sind sie teurer als gar keine Windeln.

Auf sie zu verzichten klingt für viele Menschen heute fast schon verrückt, dabei ist es in Gegenden wie China oder Ostafrika völlig selbstverständlich, dass ein Kind windelfrei aufwächst.

Viel Aufmerksamkeit nötig

Eins vorweg: Wer sein Kind windelfrei aufwachsen lassen will, muss genau auf dessen Verhalten achten. Anders als viele denken, sind Kinder in der Regel von klein auf fähig ihre Ausscheidungen zu kontrollieren und geben Signale, wenn sie mal müssen. Wie bei allen Bedürfnissen des Kindes liegt es an den Eltern, diese Zeichen zu entschlüsseln: Wenn sie mal müssen, werden viele Kinder unruhig, schreien, zappeln herum oder haben plötzlich keine Lust mehr auf Stillen. Ein oft gesehenes Signal ist, wenn sie die Beine an den Bauch ziehen.

Nun heißt es: „Abhalten“: Man hält das Kind über Töpfchen, Toilette, Wanne usw. und gibt ein Signal. Das kann zum Beispiel ein Wort wie „Pipi“ sein oder einfach das damit verbundene zischende Geräusch. Kinder gewöhnen sich an dieses Zeichen und lernen sehr schnell nicht nur, dass sie jetzt „loslegen“ dürfen, sondern auch, dass sie ihre Ausscheidungen einhalten sollten, bis sie übers Töpfchen gehalten werden.

Windelfrei heißt nicht unbedingt: Immer ohne Windel

Es gibt immer Phasen in dem Abhalten besser funktioniert und solche, in denen es schwieriger ist. Etwa während schneller Wachstumsphasen oder, wenn das Kind krank ist. Auch zu bestimmten Anlässen wie längeren Autofahrten kann man zur Absicherung erwägen, doch einmal eine Windel zum Einsatz zu bringen. Auch wenn ein verkehrsruhiger Straßenrand im Zweifel eigentlich alles ist, was man braucht.

Wer Windelfrei praktiziert, sollte außerdem auf die richtige Kleidung für den Nachwuchs achten. Wichtig ist, dass sich die Sachen schnell ausziehen lassen: Wenn es doch mal nicht rechtzeitig klappt und mal etwas schiefläuft ist es störend, wenn das Kind immer gleich komplett umgezogen werden muss.

Wenn, dann früh anfangen

Das Kind erst an Windeln gewöhnen und es ihm dann wieder abgewöhnen, das funktioniert in den allerwenigsten Fällen. Denn durch den Gebrauch von Windeln verlernen die Kinder, ihre Ausscheidungen zurückzuhalten. Ist diese von Geburt an zumindest zu einem gewissen Grad bestehende Fähigkeit einmal verloren, dann dauert es, bis sie neu erlernt wird.

Windelfreies Aufwachsen hat seine Vor- und Nachteile. Auf keinen Fall sollte man den Mehraufwand unterschätzen. Eltern müssen deutlich auf Zeichen ihres Kindes achten und es gibt Situationen, in denen es schwierig werden kann. Dafür sorgt aber die damit verbundene Kommunikation für eine starke Bindung zwischen Eltern und Kind. Es ist leichter, das Kind später „trocken“ zu haben und man spart auf Dauer viel Geld durch den wegfallenden Windelkauf. Welche Vor- und Nachteile für die Eltern am wichtigsten sind, bleibt am Ende aber allen selbst überlassen.

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