Leben mit Epilepsie

Etwa jedes zweihundertste Kind ist von Epilepsie betroffen. Die Auswirkungen können je nach Form sehr unterschiedlich sein. Alle Formen haben jedoch eines gemeinsam: Mit der einer zutreffenden Diagnose und dem richtigen Umgang mit der Krankheit lässt sich trotz Epilepsie ein weitgehend uneingeschränktes Leben führen.

Epilepsieformen

Epilepsie wirkt sich nicht bei jedem Kind gleich aus. Es gibt verschiedene Formen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Die sogenannte Rolando-Epilepsie zum Beispiel, die bei Kindern im Alter zwischen 3 und 13 beginnt, kann so mild ausfallen, dass nicht einmal eine Behandlung nötig ist. Mit dem Erwachsenwerden verschwinden die Symptome der Rolando-Epilepsie in fast 100% der Fälle.

Andere Formen können komplizierter sein. Das Landau-Kleffner-Syndrom beginnt meist bei Kindern zwischen 5 und 7 Jahren und bringt Sprach- und Sprachverständnisbeeinträchtigungen, aber auch oft andere Faktoren wie Hyperaktivität mit sich. Aber auch diese Form schwächt sich im Laufe der Pubertät häufig ab, sodass ca. 50% aller betroffenen Kinder ein weitgehend normales Leben als Erwachsene führen.

Der Schulalltag

Kinder mit Epilepsie haben im Schulalltag natürlich einige besondere Bedürfnisse.

Bei Kindern mit Epilepsie ist es in jedem Fall immer wichtig, das soziale Umfeld, also Schule bzw. Kindergarten umfassend aufzuklären. Das gibt die nötige Sicherheit. Aufklärung ist aber das eine, übermäßige Behütung etwas Anderes. Kinder sind Kinder – ob mit oder ohne Epilepsie. Auf keinen Fall sollten sie daher aufgrund ihrer Erkrankung eine allzu große Sonderbehandlung erfahren, sondern nach Möglichkeit gegenüber anderen Kindern so gleich behandelt werden wie möglich. Nur so können sich ihre sozialen Fähigkeiten gut entwickeln. Einige Sicherheitsmaßnahmen sind natürlich trotz allem notwendig, besonders wenn es um Sportunterricht geht. Schwimmen und Tauchen, aber auch Klettern und Sportarten, in denen man sich schneller als laufend bewegt (z.B. Rad- oder Skifahren), bergen z.B. besonders große Risiken. Ansonsten ist Sport mitunter sogar ein gutes Mittel, der Epilepsie entgegenzuwirken. Stets sollte natürlich dabei auf die individuelle Ausprägung der Krankheit geachtet werden.

Besondere Ernährung

Eine Möglichkeit, Epilepsie zu behandeln, ist die sogenannte Ketogene Diät. Diese Form der Ernährung reduziert im Vergleich zu „normaler“ Ernährung die aufgenommenen Kohlenhydrate enorm und steigert dafür die Aufnahme von Fett. Ziel ist es, dem Körper (und damit dem Gehirn) möglichst wenig Glukose zukommen zu lassen und stattdessen Energie aus den namensgebenden Ketonkörpern zu beziehen, die die Leber aus Fett aufbaut, wenn keine Kohlenhydrate zu Glukose verarbeitet werden können. Weniger Glukose im Gehirn führt zu einem nachweislich reduzierten Risiko von epileptischen Episoden.

Tipp: Die Seite https://www.keto-kinder.de/ hat sich zur Aufgabe gemacht, über ketogene Diäten gerade für Kinder aufzuklären und bietet beim sogenannten „Keto-Rechner“ einen Überblick über verschiedene geeignete Nahrungsmittel und ihre Nährstoffe an.

Beeinträchtigung hin- oder her: Kinder mit Epilepsie haben grundlegend dieselben Bedürfnisse wie alle anderen Kinder. Und das sind vor allem Liebe und Zuneigung. Ständige Angst vor der nächsten Episode hilft keinem weiter, während ein Leben, das so normal und liebevoll wie möglich geführt wird, Stress vermeidet. Und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt etwas passiert. Am Ende ist Epilepsie damit zwar etwas, auf das man achten muss, aber nichts, was den betroffenen Menschen ausmacht.

Neuen Kommentar verfassen

Kommentare

zurück zum Blog