Kinderförderung ist wichtig – ob mit oder ohne Handicap

In jedem Kind schlummert Potential, das es zu entfalten gilt. Kinder erkennen schnell Möglichkeiten, die ihnen ihre Umwelt bietet, schauen aber auch oft zu den Erwachsenen, die ihnen Orientierung bieten. Diese Orientierung zu optimieren ist daher wichtig – egal ob spezielle Frühförderung nötig ist oder nicht. 

Wir fördern instinktiv

Eltern fördern bereits instinktiv die Entwicklung des eigenen Kindes. Allein dadurch, dass man sich selbst freut, wenn der eigene Nachwuchs Erfolge in seiner Entwicklung feiert, gibt man dem Kind bereits Zeichen. Denn bereits ein Lächeln der Eltern ermuntert Kinder dazu, bestimmte Verhaltensweisen zu wiederholen und damit zu üben.

Viele Aspekte der Förderung sind jedoch natürlich auch aktiv: Beispielsweise kann man Anreize schaffen in Form von Belohnungen (aber auch gerechten Strafen, aus denen Kinder Wichtiges lernen). Fördern ist ab und zu auch Fordern – wichtig ist hier aber immer, die Grenze zwischen Förderung und Überforderung des eigenen Kindes zu erkennen. Es gilt stets, das Verhalten des Kindes zu beobachten, nicht etwa, die eigenen Ambitionen auf es zu übertragen und es damit unter Druck zu setzen. Im Grunde ist Förderung also alles, was Kinder dazu ermuntert, neues zu Lernen. Das heißt meistens, gemeinsam spielerisch die Welt zu entdecken.

Frühförderung überwindet Hindernisse

Manche Kinder benötigen gezieltere Hilfestellungen – zum Beispiel, wenn sie durch bestimmte Behinderungen in ihrer Entwicklung verzögert sind. Mögliche Folgen davon abzuschwächen oder komplett zu verhindern ist das Ziel rechtzeitiger Frühförderung.

In der Zeit zwischen Geburt und Schulalter kann durch gezielte Physiotherapie oder Logopädie noch sehr viel erreicht werden bei Kindern, die körperlich oder sprachlich eingeschränkt sind. Auch Frühförderung setzt darauf, Kinder möglichst spielerisch zu motivieren, ist aber auch speziell darauf ausgelegt, potentielle Defizite gezielt auszugleichen. Klar, dass dafür Fachleute benötigt werden, aber dabei bleibt es nicht: Das gesamte Umfeld des Kindes wird wo immer es möglich ist in die Förderungsmaßnahmen mit einbezogen – und das nicht nur während Eltern-Kind-Kursen.  

Das Ziel von Frühförderung ist dabei keine reine „Behandlung“ des Kindes, sondern eine nachhaltige Vorbereitung des Kindes und seines Umfeldes auf sein späteres Leben. Das beinhaltet nach der Diagnostik eines eventuellen Frühförderungsbedarfs auch Therapie, Förderung und die Unterstützung der Eltern.

Förderung wird gefördert

Wird durch die Kinderärztin oder den Kinderarzt entschieden, dass Bedarf für Frühförderung besteht, so werden die Kosten durch die Krankenkasse übernommen. Der Paragraf 30 des Sozialgesetzbuch schreibt diese Leistungen gesetzlich fest, definiert sie aber nicht bis ins tiefste Detail. Das kann zur Folge haben, dass die Ansprüche, die Eltern für die Frühförderung ihres Kindes haben, von Bundesland zu Bundesland leicht unterschiedlich ausfallen können.

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