Kind mit Pflegebedarf und berufstätig – So finden Eltern Ausgleich

Wenn das eigene Kind besonderer Fürsorge und Versorgung bedarf, stehen viele Eltern vor der Frage: Wie kann ich das zeitlich noch managen? Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ein Balanceakt

Allein Berufstätigkeit und Freizeit unter einen Hut zu bringen ist für viele Menschen schon eine große Herausforderung. Kommt dann noch ein Kind hinzu, wird es auch für die schwierig, die diesen Balanceakt bisher gut beherrschten. Denn Kinder brauchen viel Zeit und Aufmerksamkeit – Gerade in der Anfangszeit kommt daher der eigene Freiraum bei den meisten Eltern zumindest zeitweilig sehr kurz. Hat das Kind aus dem einen oder anderen Grund dann noch einen zusätzlichen Pflegebedarf, kann der Zeitaufwand nicht nur kurzfristig, sondern auch auf lange Zeit noch wesentlich größer sein. Aber auch berufstätige Eltern mit pflegebedürftigem Kind brauchen ab und zu einmal die Möglichkeit, abzuschalten. Um sie zu entlasten, können sie viele unterstützende Leistungen in Anspruch nehmen.

Hilfe durch die Pflegeversicherung

Je nach der Pflegestufe, die durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) festgestellt wird, haben Eltern Anspruch auf finanzielle Unterstützung (Pflegegeld), aber auch Hilfe, die sie aktiv im Alltag entlastet, z.B. Hilfe durch professionelle Pflegekräfte, die das Kind auch während ihrer Abwesenheit für sie betreuen können. Für spezielle Anlässe kann zudem ein bestimmter Betreuungsaufwand durch die Pflegeversicherung erstattet werden. Beispiele sind kurzfristige Tagespflege, und spezielle Betreuungsangebote. Etwaige Unkosten, die Bekannten, Nachbarn oder Angehörigen entstehen, wenn diese sich freundschaftlich um die Betreuung des Kindes kümmern, werden jedoch so nicht erstattet.

Assistenz im Haushalt

Die Belastung entsteht nicht allein durch die Pflegebedürftigkeit des Kindes in Kombination mit der eigenen Berufstätigkeit, sondern auch den anderen Pflichten, die der Alltag mit sich bringt. Dazu gehört auch das ordentliche Führen des eigenen Haushalts, das seinerseits einiges an Zeit und Fleiß in Anspruch nimmt. Wenn aufgrund der pflegerischen Beschäftigung keine Zeit dafür bleibt und auch niemand anders verfügbar ist, um sich um den Haushalt zu kümmern, kann bei der Krankenversicherung eine Haushaltshilfe beantragt werden, die bei Dingen wie der Reinigung der Wohnung, der Wäsche, oder Nahrungszubereitung hilft. Es gibt eine eigene Kostenbeteiligung, die sich jedoch deutlich in Grenzen hält.

Einfach mal Weg: Urlaub mit Eltern-Kind-Kur

Auch mit Hilfe und Unterstützung brauchen alle Menschen mal eine Auszeit vom Alltag, sonst kann die Belastung die Gesundheit beeinträchtigen. Einfach Urlaub zu nehmen bringt zwar Abstand vom Beruf, aber die Pflege des eigenen Kindes ist ein Job, der nicht mal eben für ein paar Wochen ersetzt werden kann. Unter anderem aus diesem Grund gibt es verschiedene Angebote für Mutter-Kind-Kuren bzw. Vater-Kind-Kuren, die in der Regel 21 Tage andauern und bei der Krankenkasse beantragt werden können. Es gibt viele Kurhäuser, die sich auf Eltern und Kinder mit Behinderung spezialisiert habe. Einer guten Pflege bei gleichzeitiger Entspannung von Mutter/Vater und Kind steht in daher also nichts im Wege. Auch hier gibt es eine Kostenbeteiligung: Erwachsene Kurbesucher müssen pro Kurtag 10 Euro Zuzahlung leisten. Aber das sollte einem die Zeit der Entspannung allemal wert sein.

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