Herausforderung Pflegebedürftiges Kind

Vor diesen Herausforderungen stehen Eltern mit pflegebedürftigem Kind

Wer an Pflegebedürftige denkt, hat meist ältere Menschen vor Augen. Aber ein nicht unerheblicher Teil der Pflegebedürftigen in Deutschland ist minderjährig und wird oftmals von den Eltern gepflegt. Diese stehen vor ganz anderen Herausforderungen als Menschen, welche im umgekehrten Fall die Pflege ihrer Eltern übernehmen. Dass Senioren einmal Pflege benötigen können, damit rechnen die meisten Leute, aber bei Kindern sieht dies ganz anders aus und die Situation kommt für die betroffenen Eltern in der Regel völlig unerwartet.

Ursachen und Feststellung von Pflegebedürftigkeit bei Kindern

Beim Großteil der Fälle sind Komplikationen bei der Geburt oder angeborene Erkrankungen die Ursache dafür, dass ein Kind pflegebedürftig wird und die Diagnose ist nicht immer gleich nach der Geburt möglich. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, bei denen bereits sofort nach der Geburt erkannt wird, dass eine Behinderung und damit zusammenhängende Pflegebedürftigkeit vorliegt, wie beispielsweise beim Down Syndrom.

Ist die Ursache nicht so eindeutig, bemerken die Eltern oftmals nach und nach während der ersten Lebensmonate, dass ihr Kind sich anders entwickelt als andere Kinder. Danach folgen häufige Arztbesuche bis schließlich eine Diagnose gestellt wird. Zwar verschafft diese Klarheit, aber die Erkenntnis, dass ihr Kind ein Leben lang behindert sein wird und Pflege braucht, ist natürlich für die Eltern ein großer Schock und wirkt sich gravierend auf die Familien- und Lebensplanung auf.

Umgang mit der Pflegebedürftigkeit eines Kindes

Im Normalfall rechnet niemand damit, dass das eigene Kind pflegebedürftig wird. Für die Eltern ist die Diagnose nicht nur ein Schock, sondern muss auch verarbeitet werden. Wichtig ist es daher für Betroffene sich psychologische Hilfe zu suchen. Da zugleich der Alltag völlig umorganisiert werden muss, sind die Eltern einer großen Belastung ausgesetzt. Sind bereits Geschwister da, bedeutet dies auch für diese eine Umstellung, da der Fokus der Eltern sich von nun an überwiegend auf das pflegebedürftige Kind richtet. Damit einher geht für die Eltern oftmals ein schlechtes Gewissen den anderen Kindern gegenüber.

Eltern pflegebedürftiger Kinder sehen sich einer großen Belastung ausgesetzt. In der Gesellschaft wird allgemein akzeptiert, wenn Kinder ihre Eltern in ein Pflegeheim geben, weil sie Pflege benötigen. Anders sieht es jedoch aus, wenn es das Kind eines Paares ist, das Pflege braucht. Die meisten Menschen gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass Eltern ihre Kinder selbst pflegen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn mindestens eines der Elternteile nicht erwerbstätig ist. In manchen Fällen gibt auch ein Elternteil den Beruf auf, um die Pflege des Kindes zu übernehmen.

Nicht immer ist dies jedoch möglich oder der Grad der Behinderung verlangt eine stationäre Pflegebetreuung, sodass die Eltern sich schweren Herzens dazu entscheiden müssen ihr Kind in ein Pflegeheim zu geben. Dies ist nicht nur schwierig für die Eltern, sondern gesellschaftlich weit weniger akzeptiert als Senioren in ein Pflegeheim zu geben. Es kann durchaus vorkommen, dass Eltern für diese Entscheidung in ihrem Umfeld auf Unverständnis stoßen oder in Erklärungsnot geraten.

Für die Eltern ist es daher sehr wichtig, sich Unterstützung und Beratung zu suchen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann eine große Hilfe sein, weil man dadurch merkt, dass man nicht alleine ist.

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