Brille - Na und?

Das unansehnliche „Nasenfahrrad“ für Kinder gehört heute längst der Vergangenheit an. Moderne Kinderbrillen sehen nicht nur besser aus als noch vor ein paar Jahrzehnten, sondern gehen auch deutlich seltener kaputt. Trotzdem ist die erste Brille für viele noch ein einschneidendes Erlebnis. Dieses gilt es, so positiv wie möglich zu gestalten.

Sehschwäche ausgleichen – Sehkraft stärken

Kinder lernen Sehen viel früher als Laufen: Sie üben bereits vom ersten Tag an. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen werden die Augen des Kindes vom Kinderarzt getestet. Bei Verdacht auf eine Sehstörung oder Sehschwäche sollte zusätzlich eine Untersuchung beim Augenarzt dazu kommen: er kann Sehstörungen gezielt erkennen und frühzeitig mit der Korrektur durch eine Brille beginnen. Der Bundesverband der deutschen Augenärzte hat festgestellt, dass wahrscheinlich 30 Prozent aller Kinder mit vier Jahren eine Sehbeeinträchtigung haben, dies jedoch nur bei 40 Prozent dieser Kinder wirklich bekannt ist.

Wichtig für Eltern ist zu wissen: Eine Brille kann nicht nur bestehende Defizite beim Sehen ausgleichen, sondern auch dazu beitragen, dass die verschwinden – Aber nur dann, wenn sie früh genug getragen wird. Werden die Augen beim Heranwachsen durch eine Brille unterstützt und entlastet, kann sich bis zum Alter von zehn Jahren sogar die Sehstörung komplett zurückentwickeln. Tragen Kinder trotz Sehstörung keine Brille, bleibt die Sehkraft niedrig und eine Brille kann später nur noch regulierend wirken.

So kommt die Brille zum Kind und das Kind zur Brille

Egal ob Schielkrankheit, Weitsichtigkeit oder Kurzsichtigkeit, die Korrektur der Sehstörung wird im Kindesalter mit einer individuell angepassten Brille durchgeführt. Kontaktlinsen kommen bei Kindern noch nicht in Frage. Der Augenarzt stellt die Stärke der Sehstörung des Kindes mit einer einfachen Untersuchung fest. Dann kann beim Augenoptiker die passende Brille ausgesucht werden. Richtig angegangen kann dieser Besuch ein wahres Abenteuer werden, in das der Nachwuchs auf jeden Fall aktiv mit einbezogen werden sollte, damit die Brille nicht als „blödes Nasenfahrrad“, sondern im besten Fall als modisches Accessoire mit Trend-Faktor betrachtet wird.

Brillenschlange, Nasenradler oder Lupenprinzessin?

Eltern kennen es oft noch aus eigener Erfahrung: Früher waren Kinder als Brillenträger im Kindergarten oder in der Schule noch vielen Hänseleien ausgesetzt. „Brillenschlange“ war noch eine der harmlosen Varianten des Spottes. Oft wurden Kinder mit Brille auch als Streber betitelt. Heute sind Kinder mit Brille viel eher akzeptiert. Auch weil viel mehr Kinder Brillen tragen. Unter den Stars der Kinder sind ebenfalls einige Brillenträger, allen voran der Zauberlehrling Harry Potter, der ein kaputtes Brillenglas auch schon mal mit seinem Zauberstab reparieren kann. Design spielt bei Brillen heutzutage sogar mitunter eine größere Rolle als Funktionalität: Viele Promis tragen stylische Brillen als modisches Accessoire je nach Outfit.

So kommen die klassischen Spottnamen heute nur noch in Ausnahmefällen vor, ganz im Gegenteil kann eine schicke Brille auch den Neid der Freunde hervorrufen – „Die will ich auch haben!“. So wird die Brille bald zum gern getragenen täglichen Begleiter der Kleinen. Aber nicht nur der modische Aspekt der Kinderbrille ist wichtig, sondern vor allem auch ein guter Sitz. Sonst wird die Brille vielleicht bald nicht mehr gern und regelmäßig getragen. Eine der Gesichtsform angepasste Größe der Fassung, die nicht übersteht und nicht auf den Wangen aufliegt, ist ideal. Die Brille sollte stabil und leicht sein – Metallfassungen aus Edelstahl oder Titan sind robuster als Kunststoffbrillen. Beim Brillenkauf kann der Optiker als fachlich geschulter Berater zur Seite stehen und auf die Elastizität der Brillenbügel, die Art des Nasenstegs und auf die Stabilität des Brillengestells achten. Auch die Glaseigenschaften und mit ihnen das Gewicht tragen zu einem komfortablen und stabilen Sitz der Brille bei.

Eine Brille für Kinder ist heute kein Makel mehr – individuell ausgesucht und angepasst trägt sie zum guten Sehen und damit auch zum Wohlbefinden und nicht zuletzt zu guten schulischen Leistungen bei. Und ist auch Grundlage für einen positiven, selbstbewussten Lebensweg von Anfang an.

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